TSV Handorf bietet einen speziellen "Wintersport" an

Bild TSV Handorf

Das Foto zeigt (oben von links) Martin Heep (TSV Handorf), Thomas Lammers (Sportjugend), Ralf Heyer (TSV Handorf), Sportlehrer Nils Böckmann, Josef Stein vom Sozialdienst für Flüchtlinge und die Kids, die das "Wintersport"-Angebot liebend gerne nutzen. Foto: SSB Münster

Elmana, Sunita, Tuban, Burhan und noch ein paar Kids mehr warten ungeduldig vor der Hallentür, bis Einlass gewährt wird. Los geht’s mit der speziellen Sportstunde in der Turnhalle Middelfeld. An  der Matthias-Claudius-Schule in Münster-Handorf ist neuerdings eine Zeit reserviert für diejenigen, die ganz nahe bei in der Übergangsunterkunft Kirschgarten leben. Benannt nach der Straße ist der zweigeschossige Wohncontainer, der zurzeit 51 Flüchtlinge aus Balkanstaaten beherbergt. Der 51. ist ein Neugeborenes.

Die Verantwortlichen des TSV Handorf, Clubchef Martin Heep und Vize Ralf Heyer, ermöglichen diesen „Wintersport“, also das Bewegungsangebot in den Wintermonaten, wenn das Toben draußen eher eine ungemütliche Angelegenheit wird. Das Duo knüpfte Kontakte, schrieb Anträge, fand eine Hallenzeit und in Nils Böckmann (34) auch einen passenden Übungsleiter. Der vorab TSV-fremde Pädagoge aus Münster, tätig als Berufsschullehrer in Rheine, hatte sich im Internetportal der Flüchlingshilfe Münster-Ost als Ehrenamtlicher eingetragen, der mithelfen möchte.

 

Das tut er jetzt mit einer Schar junger Menschen, die mit Begeisterung in die Halle stürmen. 15 Kids zwischen sieben und 15 Jahren kamen beim ersten Mal und an Folgenachmittagen auch zwei Mädchen, die nicht in der Unterkunft leben. „Das freut mich besonders“, sagte Josef Stein, der als Sozialarbeiter in Diensten des städtischen Sozialdienstes für die Flüchtlinge am Kirschgarten zuständig ist. Als Leiter der Einrichtung. „Wenn jetzt schon Kinder mitkommen, die mit den jungen Flüchtlingen etwa durch die Schule befreundet sind, haben wir ein Ziel erreicht.“ Eine gewünschte Integration nämlich, auf die alle Seiten so sehr setzen. „Wir wollen diese Sportstunde auch für Nicht-Flüchtlinge offen halten“, beschreibt Josef Stein.

„Jungs aus der Unterkunft spielen Fußball in unseren Mannschaften“, weiß Martin Heep, das die Nähe zum Platz die Hemmschwelle sinken lässt. „Hier in der Halle lässt sich die Winterzeit sicherlich attraktiver überbrücken.“ Und hierher kommen auch die Mädchen. In der Unterkunft gab es ein Vortreffen, auf dem das Angebot erläutert und der Bedarf ermittelt wurde. Nils Böckmann reagiert flexibel, wenn die Kids mit eigenen Ideen kommen und muss die beachtliche Altersspanne zudem berücksichtigen. Wenn sich die drei ein bisschen älteren Jungs lieber mit dem Fußball beschäftigen und auf zwei Mini-Tore spielen wollen, geht das auch.

Thomas Lammers, der Vorsitzende der Sportjugend im SSB Münster, ist für die Clubs der Ansprechpartner beim Thema „Sport für Flüchtlinge“. Er weiß, dass inzwischen über 30 Projekte von den Vereinen Münsters mit Leben gefüllt werden. Und setzt darauf, dass auch durch Fördermittel neue hinzukommen und etabliert werden.

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