Wie Flüchtlingskinder in Roxel in den Sport integriert werden

Eine Frau der Tat ist Susanne Ackmann ganz ohne Zweifel. Im BSV Roxel hat die Übungsleiterin nach eigener Einschätzung „in den letzten 30 Jahren wahrscheinlich alles angeboten, was das Spektrum bietet.“ Damit belässt es die Ehrenamtliche keineswegs. Sie nutzt die von ihr besetzte Schnittstelle zwischen Schule und Verein zum Wohle der Kinder, die im Flüchtlingsheim „Zum Schultenhof“ leben. Und begeistert sie für Volleyball und Handball.

Bild BSV Roxel

Thomas Lammers, Susanne Ackmann, Trainer Jürgen Wiens (v. links): Junge Handballerinnen finden in Roxel zueinander. Foto: SSB Münster

Im Offenen Ganztag der vierzügigen Mariengrundschule beschäftigt, kam sie schnell in Kontakt mit dem Thema Integration von jungen Flüchtlingen. „Es ist faktisch so, dass diese Kinder eine große Leere erleben, wenn sie erst einmal hier eingetroffen sind. Ich dachte mir, dieser Zustand müsste doch mindestens abzumildern sein.“ Susanne Ackmann bot also zunächst im Bewegungsraum der Schule Zeiten an und sammelte Interessierte um sich. „Auch unsere Sprache lässt sich über Bewegung vermitteln“, ist sie sicher. Wer das Wort hüpfen nicht alleine liest, sondern diese Übung praktiziert, weiß schnell mehr.

 

Den nächsten Schritt in den Sport machte Susanne Ackmann, die Fördergelder des Landessportbundes, der die Arbeit von Vereinen mit Flüchtlingen unterstützt, einholte, in der Dreifachhalle am Schulzentrum möglich. Volleyball für die Kids wird hier angeboten, der im Club populäre Handballsport erst recht unter dem ehrenamtlich tätigen Trainer Jürgen Wiens. Der kennt sich schon lange als Coach für ganz junge BSV-Mitglieder aus. Und integrierte die nach Deutschland gekommenen Mädchen aus Pakistan und Albanien. Sport verbindet eben müheloser.

„Die Anbindung an eine bestehende Gruppe ist sehr wertvoll für die Flüchtlingskinder“, erlebte Susanne Ackmann, wie sich die Neuen entwickelten und mit viel Freude zum Training kommen. Apropos zum Training kommen: Susanne Ackmann holt die Flüchtlingskinder persönlich ab und fährt sie auch wieder heim. Eine Serviceleistung, die sie für unabdingbar hält, um den Sportbetrieb zuverlässig aufrecht zu erhalten.

„Durch die Schule bin ich Eltern und Kindern bekannt. Wir haben eine persönliche Beziehung und wir haben ein Stück Vertrauen aufgebaut“, nutzt Susanne Ackmann ihren Status zum Wohle der Kinder. „Weil sie mich kennen, trauen sie sich auch, in die Halle mitzukommen.“ Ging es anfangs noch still und leise zu, so bewegen sich die Neuen mit der Zeit immer selbstverständlicher in der Gruppe. Mit und ohne Ball – die Teilhabe ist ein Kennzeichen der Integration.

„Ich bin sicher, dass wir diesen Kindern etwas Gutes ermöglichen und ihnen auch etwas mitgeben können. Das Modell ist ein gutes Modell, ich bin davon sehr überzeugt“, urteilt die Engagierte, der diese Art von Kooperation zum allergrößten Teil zu verdanken ist. Für Thomas Lammers, den mit dem Thema betrauten Sportjugendvorsitzenden, ist das Roxeler Modell „tatsächlich beispielhaft in seiner Ausprägung.“ Nachahmung erwünscht.

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